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Das Erbe des Dorfes
von Halanzy

Betrieb und Erhaltung des

menschlichen und industriellen Kulturerbes des Stahlbergwerks im Dorf von Halanzy 

Die Erschöpfung der nationalen Eisenvorkommen...

...die hohen Kosten für den Transport des Eisenerzes von Luxemburg bis zu den Werken im Becken von Liège und Charleroi... sowie das Vorkommen der Minette (oolithisches Eisenerz) in den Böden der Gemeinden von Halanzy und Musson stellten die Faktoren dar, die die Ansiedlung der Metall verarbeitenden Industrie im Süden von Luxemburg, genauer gesagt zwischen Athus und Virton, begünstigten. Bereits ab 1869 ist von einem Bauprojekt von zwei Hochöfen zwischen Halanzy und Musson die Rede. Die königlichen Erlasse vom 24 und 27. April 1870 erteilen den Herren Descamps, Fromont und Delattre eine Konzession für 117 Hektar in Halanzy und eine weitere für 42 Hektar in Musson an die Brüder Dorlodot.

 

1876, Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Athus-Signeulx, der die Bergbaustandorte mit dem Netz der Staatlichen Eisenbahn verbinden sollte. Aber verschiedene Hindernisse stellen sich dem Bau der Strecke entgegen.

Die Gießereien im Süden von Luxemburg (Athus, Halanzy, Musson) erreichen eine Produktion von 100.000 Tonnen im Jahr 1885 und ihren Höchstwert von 189.000 Tonnen im Jahre 1904. Der Eisenguss schreitet bis 1902 auf Kosten der Raffinerien weiter voran (60,8%), und scheint dann, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, fast vollständig zu verschwinden. Zu dieser Zeit beschäftigt die regionale Stahlindustrie 930 Personen (Stahlindustrie, Bergbau, Schienenbau und abgeleitete Aktivitäten)

 

1880: starke Entphosphorisierung des Eisens, was es zu Stahl machte. Starke deutsche Konkurrenz. [...] Später Niederlassungen im Becken von Longwy und Athus, aber weder in Halanzy noch Musson.

 

1914-1918: der Betriebsstopp im August 1918 wurde für zahlreiche Sanierungen genutzt, aber 1917-18 sorgt die ROMA (Rohstoff-und Maschinenteilungsstelle) dafür, dass alles, was aus Kupfer bestand, entfernt wird, daraufhin das Material mit Rollen, das Material in den Werkstätten und das aus dem Lager. Zum Zeitpunkt des Waffenstillstands sind beinahe alle Einrichtungen zerstört.

In der Zwischenkriegszeit sind Halanzy und Musson, die sich auf die Produktion von Gusseisen beschränken, starken Konjunkturschwankungen ausgesetzt und erhalten einen mehr oder weniger regelmäßigen Betrieb nur mühsam aufrecht.... [...] Da die Einrichtungen in Halanzy praktisch zerstört sind, brechen die Fabrikverwalter sofort einen Plan zum Wiederaufbau ab. Eine gesunde finanzielle Lage erlaubte ihnen, einen erheblichen Bankkredit aufzunehmen. Die beiden Hochöfen wurden jeweils im Oktober 1920 und im September 1921 wieder in Betrieb genommen.

 

Nach der Wiedereröffnung vergewisserte sich die Gesellschaft von Halanzy, dass ihre langfristige Versorgung an Erz garantiert war. Zu den Beteiligungen an den wichtigen lokalen Konzessionen von 146 Hektar (bestätigte im Jahr 1919) und an einem Bergbaugelände im Großherzogtum Luxemburg kam 1923 eine Beteiligung am Kapital von Bergwerken in Lothringen hinzu, genauer gesagt in Saint-Pierremont, nördlich von Briey. Sie erhielt im Geschäftsjahr 1926-1927 eine Lizenz für ein reiches Erzvorkommen in der Normandie.

 

Um 1930, trotz zahlreicher Bemühungen zur Senkung der Selbstkosten und zur Verbesserung der Produkte, wurde die Fabrik in Halanzy schwer von der Rezession getroffen und versuchte, sich einem mächtigen Industriekonzern anzunähern. Ende 1931 tritt die Firma Jean Raty et Cie (Hochöfen von Saulnes) massiv in die Anteile ein und erhält neue Titel in einer Höhe von 1.800.000 F. Diese Zusammenarbeit führt zu Einsparungen, aber löst bei weitem nicht alle Probleme. Als die Hauptversammlung am 25. September 1935 zur Abstimmung über die Auflösung der Gesellschaft aufgrund des Verlustes von mehr als der Hälfte des Stammkapitals aufgerufen wird, entscheiden sich die Aktionäre für eine Weiterführung des Betriebs. Im August 1939 wird, wegen Mangel an Aufträgen, der letzte aktive Hochofen abgestellt. Er wird nie wieder angezündet.

 

Im September 1939 wird die Gesellschaft von Musson von ihrer Nachbarin in Halanzy, nun eine AG, (S.A.) übernommen: S.A. Minière et Métallurgique de Musson et Halanzy (mit einem Kapital von 18.000.000 F).

 

Der Bergbau in Halanzy behält während des Zweiten Weltkriegs (1940–1945) einen gewissen Betrieb aufrecht.

 

Am 1. April 1967 beendet die S.A.Minière et Métallurgique de Musson et Halanzy dauerhaft ihre Produktion von Gußeisen und schaltet ihren letzten Ofen ab. Ihre Kunden aus dem Heizsegment, hauptsächlich aus dem Gebiet zwischen Sambre und Meuse und aus den französischen Ardennen stammend, hatten ihre Tätigkeit stark verlangsamt, da die Kohleöfen schrittweise durch Heizöl- und Gasöfen ersetzt wurden. ... Die Fabrik von Musson wird vollständig abgebaut. Der Bergbau bleibt in Halanzy allerdings bis Ende Oktober 1978 bestehen.*

 

*Quelle: Mutationen in der Eisen- und Stahlindustrie vom 16.Jahrhundert bis 1960.

(Les Mutations de la sidérurgie du XVI siècle à 1960)  - S. 171-192. Jean-Marie Yante.